1848-Geschichten aus der Berliner Märzrevolution



I. Von Wahlmännern und Urwählern - Der Streit um das rechte Verständnis von Volkssouveränität

2. Urwähler, Wahlmänner und Kandidaten


Wählerverzeichnis vom Halleschen Tor, 25. April 1848 Ein Verzeichnis stimmberechtigter Urwähler des Stadtbezirks am Halleschen Tor vom 25. April 1848. In der Liste sind neben Beamten und städtischen Angestellten viele Handwerksmeister, Gesellen und Gewerbetreibende vertreten.


Bekanntmachung über die Bildung eines Wahlkomitees, 21. März 1848 21. April 1848: Die Wahl der Wahlmänner wird vorbereitet. Der Bezirksvorsteher Wittig ruft die Urwähler des Münzstraßenbezirks auf, ein Wahlkomitee zu bilden. Das Gremium soll geeignete Kandidaten für das Amt des Wahlmannes vorschlagen.


Georg Jung: Den Wählern Berlins! Die Kandidaten für die Parlamentssitze in Frankfurt und Berlin stellen den Wahlmännern ihr Programm als politisches "Glaubensbekenntnis" vor - so auch der Landgerichtsassessor Georg Jung.

Der Titel des Flugblatts richtet sich interessanterweise an die "Wähler Berlins". Jung macht auch bei der Vorstellung seiner politischen Positionen keinen Hehl daraus, daß er dem indirekten Wahlverfahren kritisch gegenübersteht und eigentlich für direkte Volkswahlen plädiert. Konsequenterweise will er sich deshalb nicht nur den Wahlmännern vorstellen. Als führender Vertreter der Demokraten wird Jung dann im Mai 1848 als Abgeordneter in die Preußische Nationalversammlung gewählt.


Bekanntmachung der Wahlbezirke und -orte, 26. April 1848 26. April 1848: Der Magistrat der Stadt Berlin gibt die Modalitäten für die Urwahlen am 1. Mai 1848 bekannt. Angesichts von insgesamt 140 Wahlbezirken ist es für den Magistrat schwierig, für die Durchführung der Urwahlen genügend geeignete Wahllokale zu finden. Die meisten Wahlgänge finden in Kirchen und Versammlungsräumen statt, die von den verschiedensten Vereinen und Organisationen zur Verfügung gestellt werden. Auch im Schauspielhaus am Gendarmenmarkt und in der Aula der Universität wird gewählt. Die schon erwähnten Urwähler des Stadtbezirks vom Halleschen Tor geben ihre Stimme in dem Gebäude des Anhalter Bahnhofs ab.


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